Vorwort

Guten Tag, Freunde des Vereins ERSTE HILFE AUS ZWEITER HAND e. V.

Not, Leid und Elend gibt es auf der ganzen Welt.
Es hat uns nicht ausgereicht Geld zu spenden.
Wir wollen aktiv, kontrolliert und nachhaltig helfen
und haben uns auf Paraguay konzentriert.

Warum Paraguay?
Nun, zum einen gehört Paraguay zu den armen Ländern der Welt.
Zum anderen sind schon vor Jahrzehnten viele Deutsche nach Paraguay ausgewandert, die die deutsche Sprache auch an ihre Nachkommen weitergegeben haben. So haben wir in Paraguay die Möglichkeit direkt, ohne dritte Personen, mit den Menschen in Kontakt zu treten.
Wir erfahren so, was benötigt wird und haben außerdem die Möglichkeit, die Hilfslieferungen zu kontrollieren.
Denn: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Der Clou unser Hilfsorganisation ist aber, ohne hochnäsig wirken zu wollen, ein anderer: wir exportieren vollwertige Gebrauchsgüter nach Paraguay, die in Deutschland unter Aufwendung zusätzlicher Kosten, entsorgt würden. Wir haben mit gebrauchter Bekleidung, Schulmöbel, Feuerwehrzubehör und vor allem Krankenhauseinrichtung begonnen.
Der Kreis der Spender und Abnehmer wird immer größer.
Es macht nicht nur uns Spaß, sondern auch die deutschen Spender haben einfach ein gutes Gefühl, gebrauchsfähige Gegenstände nicht teuer zu entsorgen, sondern einem weiteren Bestimmungszweck in Südamerika zuzuführen.

Es ist uns eine Freude, dass Sie uns auf unserer Seite besuchen.
Wir wünschen Ihnen genauso viel Freude wie wir sie bei unserer Arbeit empfinden, beim Betrachten unserer Seiten.
Für Verbesserungsvorschläge sind wir immer offen.


Ihr Udo Keller

Neuigkeiten
 
 
Schenkt man der Werbung Glauben, ist Atyra das sauberste Dorf in Paraguay, was uns auf den ersten Blick schon auffällt. Viele Grünanlagen erwarten den Besucher, der nicht nur wegen der Lederarbeiten nach Atyra kommt. Ein natürlich bewachsenes Dorf, das sich seinen ländlichen Charme bewahrt hat.
 
Wir hatten einen Termin mit dem Bürgermeister oder wie es in Paraguay heißt, dem Intendente Sr. Juan Carlos Matto und seinem Secretario General (übersetzt mit Mädchen für alles) Sr. Diosnel Figueredo Gomez. Beide sehr engagierte Männer, die viel für Atyra bewegen wollen und die sich auch in der Vergangenheit schon sehr zielstrebig für ein sauberes und grünes Atyra eingesetzt haben.
 
Atyra hat sich auf die Fahne geschrieben:
 
         „Atyra para nuestros Hijos „    -     
           Atyra für unsere Kinder
 
Uns wurde ein Flyer überreicht, indem nicht nur die geleistete Arbeit aufgeführt war, sondern auch künftige Projekte vorgestellt wurden und der Haushaltsplan mit Einnahmen und Ausgabe der Gemeinde offen dargelegt wurde. Der Bürgermeister äußerte einen großen Wunsch, sie hätten so gerne einen Pressmüll-wagen und eine Partnerstadt in Deutschland. Herr Keller hat versprochen, sich umzuhören.  
 
Für Sr. Juan Carlos und Sr. Diosnel war es eine große Ehre, dass sich der Vorsitzende des Vereins „Erste Hilfe aus zweiter Hand e.V“ aus Deutschland, Herr Udo Keller, und der Vorsitzende des Vereins „"ÑEPYTYVÔ MBARETERÀ " aus Paraguay, Herr Günter Schreiner, einfanden, um über weitere Hilfe für Atyra zu sprechen.
 
Die Gemeinde bekundete großen Dank für die Lieferungen von Betten, Schränken, Medikamenten für das Centro Salud, einer Miniklinik, die Großes leistet. Täglich werden hier über 200 Personen ärztlich versorgt und betreut. Tische und Stühle für Schulen wurden bereits geliefert  und auch Hilfe, die wir einem Armendorf außerhalb von Atyra zukommen lassen wollen wird dankbar angenommen.
 
Dieses  Hüttendorf am Rande des Dorfes, nur über eine staubige Holperstraße zu erreichen, liegt uns wieder sehr am Herzen. Hier leben Familien in Holzhütten, die im Sommer eine natürliche Klimaanlage haben, weil es durch alle Ritzen zieht. Im Winter aber leiden die Menschen sehr unter diesem Zustand. Wenn wir hier mit Zeltplanen helfen könnten, wäre den Menschen schon viel geholfen.
 
Was uns immer wieder in Paraguay überrascht, auch in diesem Dorf wurden wir von lächelnden Menschen herzlich begrüßt. Es gibt eine Zwergleinschule. Drei Lehrerinnen aus Atyra gehen jeden Tag ca. 10 km, um den Kleinsten das große Einmal Eins beizubringen. Als wir nach der Bezahlung fragten, wurde uns lächelnd erklärt – das gebe es nicht!
 
Aus unserem letzten Container brachten wir Stahlbetten in dieses Dorf in der Nähe von  Atyra, damit die Kinder nicht mehr in den Hängematten oder auf dem Boden schlafen müssen. Letzte Woche fuhren wir mit 2 Autos, voll gepackt, zu dieser Schule. Wir brachten Schreibblöcke, Bleistifte, Marker, eine Schultafel, Spielsachen für die Kids, auch mal Plüschtiere zum Kuscheln, gebrauchte Kleidung. Alles wurde mit glänzenden Augen bestaunt. Keiner durfte die Sachen anfassen – nur erstmal bestaunen.
 
Wir hoffen, dass wir im nächsten Container wieder viele Sachen entdecken, die wir an unsere kleinen und  großen Freunden in Atyra abgeben können.
 
Saludos y Suerte wünscht Euch aus Paraguay
 
Krista Wendel
Stellvertretende Vorsitzende des Vereins
„"ÑEPYTYVÔ MBARETERÀ "


Die vergessenen „Espinillo Indios“ im Gran Chaco
 
Die Trans–Chaco ist die Fernstraβe, die sich von der Landeshauptstadt Asunción über die Brücke Remanso, die den Río Paraguay überspannt, bis zur bolivianischen Grenze hinzieht. Diese Straβe verbindet schon seit einigen Jahren die Mennonietenkolonien des Zentralchacos mit dem Rest des Landes Paraguay. 
Die Indianer/ Indigenen des Gran Chaco ernähren sich überwiegend vom Jagen, Sammeln und Fischen. Die seit dem letzten Jahrhundert dort ansässigen weißen Siedler (Criollos) dagegen betreiben eine extensive Weidewirtschaft in Kombination mit Ackerbau. Die unterschiedlichen Lebensweisen führen dabei zu Konflikten, da durch die Rinder und Ziegen der Wald – die Lebensgrundlage der Indianer – zunehmend zerstört wird. Vielerorts sehen die Indianer deshalb ihr Grundrecht auf Nahrung verletzt. Der Lebensraum der Indianer ist bedroht. 
 
Gäbe es die Trans- Chaco Straße nicht, wäre dieser kleine Indianerstamm der weitab der Zivilisation liegt schon längst nicht mehr am Leben – so kämpfen diese liebenswerten Menschen täglich ums Überleben.
Ute + Pia die Besitzerinnen des exklusiven, zauber-haften Speiserestaurants „Petit-Reina“ in Caacupé unterstützen schon seit einigen Jahren den Stamm der „Espinillo-Indianer“. Im letzten Container, der voll beladen mit Hilfsgütern aus Deutschland kam, schickte unser Verein „Erste Hilfe aus zweiter Hand e. V.“ aus Deutschland viele Säcke mit gebrauchten Kleidungsstücken für die Kinder und Bewohner des Dorfes.
 
Am 27.Oktober 2008 war es soweit, dass Kleidung sowie große Mengen von Lebensmitteln den Weg zum Stamm finden sollten. Freiwillige Helfer waren gefragt und auch gefunden, 4 Pensionsgäste, unser lieber Schweizer Freund Erich, unser Präsident Günter vom Verein hier in Paraguay, seine Gattin + Krista die Vertretung des „Jefes“ waren angetreten. Auf 4 Autos wurden morgens um 6 Uhr die Lasten verteilt und dann begann unser kleines Abenteuer. Relativ zügig ging es durch Asuncion, Richtung Brücke Remanso, dann über den Rio Paraguay und dahinter erwartete uns schon der Chaco, eine endlose Weite, eine fast kerzengerade Straße fuhren wir Richtung Conception.
 
Nach ca. 3 Stunden bogen wir ab in Richtung „Pozo Colorado“ und dann hatten wir ca. 20 km Feldweg vor uns, wir hatten Glück! Obwohl es in der Nacht geregnet hatte, befand sich der Weg, abgesehen von ein paar Schlammlöchern in gutem Zustand, einige Behelfsbrücken mussten überquert werden, Pferde eingefangen und auf die richtige Weide gebracht werden, bis wir endlich im Dorf der „Espinillo-Indianer“ ankamen.
 
Kaum hatten wir die Autos verlassen, wurden wir alle mit Handschlag von den Kids und dann von den Erwachsenen begrüßt, der Stammesführer (Kazike) begrüßte Ute + Pia sehr herzlich und vertraute ihnen an, sie hätten schon solange auf sie gewartet.
Sofort wurde die Mini – Schule aufgesperrt und die Autos ausgeladen. Reis, Mehl, Zucker, Salz, Nudeln, Kekse, ganze Bananenstauden, Orangen, Terere (Tee) die ganzen Kleidersäcke und noch vieles mehr verschwand ruck zuck in der Schule.
 
Nora ein lieber Feriengast von Ute + Pia brachte aus Deutschland diverse Geschenke mit. Schreibstifte, Blocks etc. aber der absolute Hit waren Seifenblasen!!!! Die Kinder lachten, versuchten sie zu fangen, ich erinnerte mich an meine Kindheit und durfte auch ein paar Blasen fabrizieren und noch mehr lachten die Kids, als diese auf meiner Nase landeten. So etwas haben sie noch nie gesehen.
 
Ute erklärte dem Kazike die mitgebrachten Fieber-thermometer, er erzählte er würde ein Blutdruck-messgerät benötigen, wir erfuhren das zur Zeit 52 Familien im Dorf leben, 6 Familien hätten Arbeit und wären nicht anwesend. An die 200 Personen leben in diesem „Hütten-Dorf“, es gibt jetzt einen Brunnen aus dem bräunliches Wasser kommt, aber die „Espinillo-Indianer“ sind darüber sehr glücklich.
In der Zwischenzeit versammelte sich das komplette Dorf vor der Schule – der Anstand erlaubte es ihnen nicht, sich sofort über die Geschenke herzumachen, sondern es wurde gewartet, bis wir das Dorf verlassen hatten. Begleitet von den Kindern und fröhlichem Winken traten wir unsere Rückreise an.
 
Mit Sicherheit wird ab heute gefeiert, Weihnachten, Ostern, Pfingsten und alle anderen Festtage zusammen und so manches Bäuchlein wird wohl etwas schmerzen, nachdem es monatelang nur das „Gekaute“ des Zuckerrohres gewohnt war.
 
Gegen 21 Uhr waren wir wieder Alle wohlbehalten zuhause angekommen, eine anstrengende, abenteuer-liche Fahrt mit ca. 700 km lag hinter uns. Die Eindrücke müssen wir erst in Ruhe verarbeiten, aber wir wissen wir kommen wieder! Ihr habt bei uns jetzt Namen und Gesichter und seid nicht mehr die „vergessenen „Espinillo-Indianer vom Gran Chaco“.

Saludos y Suerte
 
 
 
Krista Wendel
Stellvertretende Vorsitzende des Vereins
„ NEPYTYVO MBARETERA”
(Hilfe für Menschen in Paraguay für eine bessere Zukunft)
San Berardino, Paraguay

Herzlich Wilkommen auf der neuen Internetseite von
Erste Hilfe aus zweiter Hand e.V.


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